von Maria Wachtler
Die Offenbarung des Johannes, ein Trostbuch in der Verfolgungszeit, zeichnet am Beginn der heutigen Perikope das Bild von der siebenten Posaune. Sie verkündet die Herrschaft Gottes, die so sicher kommt, dass jetzt schon der Sieg in Jubel- und Dankliedern gefeiert werden kann. Die Danklieder sind aus Schriftzitaten aus dem Alten Testament zusammengesetzt.
Nun wird das Ende angekündigt. Jesus herrscht als König über die ganze Welt. Die Lade, die früher verborgen war, ist nun für alle sichtbar (19). Nun steht der Zugang zu Gott offen.
Im Kapitel 12-14, dem Kernstück des Buches, werden treibende Kräfte in der Geschichte gezeigt. Die hier vorgelegte Deutung der Geschichte geht nicht von den innerweltlichen Ursachen aus, wie es allgemein geschieht. Die Kirche muß sich in ihrer Geschichte mit Satan und seinem Treiben in der Welt auseinandersetzen. Der Ausgang dieses Kampfes ist der Sieg über Satan. Die Kirche wird befreit, wenngleich ihre Situation in der letzten Zeit aussichtslos erscheint. Am Ende wird das Lamm und sein Gefolge siegreich sein.
Die beiden Gegner (12,1-6) werden gezeigt: eine Frau von Überirdischer Hoheit, das Gottesvolk - ein Drache, die gottfeindliche Macht mit unermesslicher Kraft, Satan. Die Geburt des männlichen Kindes, des messianischen Weltherrschers, konnte aber nicht verhindert werden. Der Messias wird zu Gott entrückt (Himmelfahrt). Die Frau, die Kirche, wird von Gott trotz aller Not der Drangsalszeit (1260 Tage - dreieinhalb Jahre - Zeit des Antichrist) bewahrt. Mit der Menschwerdung Jesu hat der Entscheidungskampf zwischen Gott und Satan um die Herrschaft über die Welt begonnen.
Der siegreiche Ausgang in diesem Kampf wurde schon in einem himmlischen Kampf vorgebildet. Der Erzengel Michael, der das Gottesvolk beschützt, und seine Engel besiegten Satan. Ein Hymnus besingt die Wende.
19 Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar.
1 Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne
bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen
auf ihrem Haupt.
2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren
Geburtswehen.
3 Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. 4 Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind
verschlingen, sobald es geboren war.
5 Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der
über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu
Gott und zu seinem Thron entrückt.
6 Die Frau aber floh in die Wüste, wo
Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte;
10 Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten;
11:19 Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Da begann es zu blitzen, zu dröhnen und zu donnern, es gab ein Beben und schweren Hagel.
12,1 Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne
bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen
auf ihrem Haupt.
2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren
Geburtswehen.
3 Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen
Köpfen.
4 Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie
auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind
verschlingen, sobald es geboren war.
5 Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der
über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu
Gott und zu seinem Thron entrückt.
6 Die Frau aber floh in die Wüste, wo
Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung
versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.
7 Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich,
um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
8 aber
sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel.
9 Er
wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan
heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt,
und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
10 Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
von Maria Wachtler
Die in Korinth offenbar vorhandene Überzeugung, durch den Geistbesitz die Heilsvollendung erlangt zu haben, brachte es wohl mit sich, den christlichen Glauben an die Auferstehung der Toten für überflüssig zu erachten. Eine totalmenschliche Auferstehung im Tod widersprach auch der im Hellenismus vorhandenen Ansicht, der Körper sei nur das hassenswerte Gefängnis der Seele. Mit Berufung auf die urchristliche Grundverkündigung sucht Paulus zuerst die Tatsache der Auferstehung der Glaubenden, dann die Weise der Auferstehung zu besprechen und die konkrete Folgerung für die Gegenwart zu ziehen.
20 Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der
Entschlafenen.
21 Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt
durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten.
22 Denn wie in Adam alle
sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
23 Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann
folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.
24 Danach kommt das
Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft
Gott, dem Vater, übergibt.
25 Denn er muß herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt
hat.
26 Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.
27 Sonst hätte er
ihm nicht alles zu Füßen gelegt.
von Maria Wachtler
Durch die Begegnung mit Elisabeth, die mit heiligem Geist erfüllt wird und als Prophetin redet, erfährt Maria vertieftes Verständnis der Botschaft Gottes an sie. Maria singt einen Lobgesang auf Gottes heilbringendes Wirken. Das Bild ist ein Mosaik aus Worten der Heiligen Schrift.
39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt
im Bergland von Judäa.
40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem
Leib.
Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
42 und rief mit lauter
Stimme:
Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen,
und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43 Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
45 Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt,
was der Herr ihr sagen ließ.
46 Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52 er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und läßt die Reichen leer ausgehen.
54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
55 das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.